FREIE UNIVERSITäT OBERHAUSEN

TERMINE

Aktuelle Termine: 

Hinweis: Das Wetter hält, der feministische Stadtrundgang der Fakultät I findet am heutigen Sonntag statt! Los geht es um 14 Uhr an der Luise-Albertz-Halle. 

Freitag, 12. Juli, 19 Uhr
Semesterabschlussparty! Open Air am Museumsbahnsteig! 



Weitere Termine folgen! Auch in den Semesterferien sind wir im Quartier aktiv! 

DAS PROJEKT

Liebe Ruhris, liebe Oberhausener*innen,
die Freie Universität Oberhausen versteht sich als Universität von unten, aus dem Quartier, für die Stadt und das Revier. Sie wurde ins Leben gerufen von KITEV (Kultur im Turm e.V.) und wird über das Bundesprogramm UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier gefördert. 
Über das Programm unter dem Motto “VIELFALT ist unsere Heimat”, das bis in den Herbst hinein läuft, halten wir euch an dieser Stelle auf dem Laufenden. Sich einschreiben und mitmachen kann und soll jedermann/-frau - kein Vorwissen erforderlich! Das komplette Kursangebot ist kostenfrei und wird geleitet und realisiert durch Akteur*innen aus sozialer Arbeit, Kunst und Kultur, verstärkt durch externe Referent*innen.


RüCKBLICK: DEBATTIERCLUB ZUM HEIMAT-BEGRIFF

Am 4. Juli 2019 traf sich der Debattierclub der philosophischen Fakultät V zum letzten Mal für dieses Semester im Supermarkt der Ideen in Oberhausen-Mitte.

Es folgte eine sehr kritische, aber auch emotionale Auseinandersetzung mit dem Begriff "Heimat", zu dem am Ende der Veranstaltung auch das Publikum nachdrücklich Stellung bezog.

Unsere Gäste vertraten dabei recht unterschiedliche Standpunkte, was damit zusammenhängt, dass Heimat als Begriff in verschiedenen kulturellen und historischen Kontexten sehr unterschiedliche Bedeutungen mit sich bringt.

So vertrat Theaterwissenschaftler Florian Thamer aus Berlin die These, dass der Heimatbegriff in Deutschland aus seiner historischen Entwicklung heraus untrennbar mit Nationalismus, Ausgrenzung und daraus resultierend auch Rassismus verknüpft sei. Dementsprechend gelte es für Thamer, den Begriff vor allem rhetorisch zu meiden.

Mohammad Mustafa kam da zu einem anderen Schluss und hob vor allem den Schutzstatus einer kurdischen Heimstätte in Nahost hervor, da Kurd*innen sowohl in der Türkei, in Syrien, dem Irak als auch im Iran durch die dortigen Regime systematisch diskriminiert und teils bekämpft werden. Auch mit Blick auf Mustafas Fluchtgeschichte, von Afrin nach Deutschland, speist sich ein sehr tiefes und positives Heimatgefühl.

Kulturwissenschaftlerin und Autorin Mithu Melanie Sanyal aus Düsseldorf hob die Ausgrenzung von Minderheiten hervor, die sich insbesondere durch eine Bewertung des Aussehens und der Hautfarbe regelmäßig rassistischer Stereotype bediene. Bei diesen Abläufen spiele der Heimatbegriff eine entscheidende Rolle, da er die inneren und äußeren Grenzen definiere, wobei der Satz "woher kommst du eigentlich" Sinnbild eines anti-inklusiven Bewusstseins sei.

Da Kati Zotter von der Jungen Union NRW krankheitsbedingt ausfiel, stieß Heidi Scholz-Immer spontan zur Diskussionrunde hinzu und berichtete u.a. von ihren Erfahrungen in den USA, in denen sie Rassismus und Nationalismus erlebte - im Kontext eines übersteigerten Heimatbewusstseins. Für Scholz-Immer ist der Begriff trotzdem nicht pauschal negativ aufgeladen und kann durchaus auch positive Gefühle vermitteln, die sich besonders auf lokaler Ebene des Ruhrgebiets äußern.

Durch das Programm führte unser Dekan Schmalle und die Welt als Moderator und kritischer Stichwortgeber.

Wir möchten uns bei den zahlreichen Besucher*innen aller vier Debattierrunden bedanken und hoffen, euch auch im nächsten Semester als Teil von differenzierten und stets kritischen Diskussionen begrüßen zu dürfen.

FINALE: WIR DISKUTIEREN üBER HEIMAT!

Einladung: Fakultät V Debattierclub # 4: HEIMAT

Zu seinem Finale und dem des ersten Semesters unserer Freien Uni widmet sich der Debattierclub der Fakultät IV nun am DO 04. Juni ab 19.30 h im Supermarkt der Ideen (Goebenstraße 83) dem Thema und Begriff HEIMAT.

Er nimmt damit auch das Motto unserer Freien Universität „Vielfalt ist unsere Heimat“, welches wiederum den in Oberhausen und darüber hinaus viel diskutierten Schriftzug des Künstlers Christoph Stark (kitev) auf dem „Oberhaus“ zum Vorbild hatte, in den Fokus kritischer Reflexion und macht ihn erstmals zum Gegenstand einer nicht nur virtuell ausgetragenen öffentlichen Debatte.

Angesichts der aktuell allenthalben virulenten Debatte um den Begriff Heimat und der in Oberhausen bislang v.a. in sozialen Medien intensiv und kontrovers ausgetragenen Debatte um den „Oberhaus“-Schriftzug und unser FUni-Motto „Vielfalt ist unsere Heimat“ wünschen wir dem kommenden Debattierclub eine große Beteiligung von an diesem Thema interessierten Oberhausener*innen, die – wie in jedem Debattierclub – mit ihren Meinungen und Ansichten auch selbst zu Wort kommen können!

Weitere Infos zur Veranstaltung und den Referent*innen.

FAKULTäT IV - MOPPERGESCHICHTEN - WORUM GEHT'S?

Die Fakultät IV - Moppern im Quartier, erläutert, was hinter dem Seminar MopperGeSchichten steckt (bei dem ihr jederzeit zusteigen könnt, Termine und Orte findet ihr oben in der Terminleiste): 

Es geht um die Erarbeitung stilllebender Mopper-Bildwelten!

Ein Stillleben bezeichnet in der Kunsttradition (entstanden in der Malerei des 17. Jhd, aber heute vor allem auch in der Fotografie ein aktuelles Thema) die Zusammenstellung von Gegenständen, deren Auswahl und Gruppierung nach inhaltlichen (symbolischen) und ästhetischen Aspekten erfolgt. Schaut hiefür gerne bei folgenden Seiten vorbei, um mehr zu erfahren:
Was ist ein Stillleben:
https://kurzelinks.de/fik0
Interview mit einem Fotografen zum Thema Stillleben: https://kurzelinks.de/4z1s
Grundsätzlich ist kein fotografisches Vorwissen erforderlich. Wir bieten euch gerne eine Einführung in Kameratechnik und Lichtsetzung an und werden alles, was für eine gelungene fotografische Umsetzung erforderlich ist, zur Verfügung stellen. Wichtig ist, dass ihr Lust habt Mopper-Symbole ausfindig zu machen und mit Experimentierfreude stilllebende Mopper-Bildwelten entstehen zu lassen. Das heißt, dass wir die entdeckten Themen und Dinge die Anstoß einer Mopperei sind, assoziativ übersetzen und zu einem (oder mehreren) gemeinsamen Stillleben zusammenzuführen. Alle Interessierten können aber auch jederzeit an jedem anderen Ort, z.B. im eigenen Umfeld, Moppereien notieren und Gegenstände sammeln.


Im weiteren Verlauf wollen wir einen gemeinsamen Rhythmus absprechen, zwischen „Mopper-Forschung“ draußen und "Bildumsetzung" drinnen. Während die Feldforschung aber sehr individuell gemacht werden kann, sollen die gemeinsamen Treffen, im Unterhaus alle 14 Tage samstags, stattfinden.

DIE MOPPER-HOTLINE IST AKTIVIERT!

Liebe Oberhausener*innen, liebe Ruhris,
die Fakultät IV freut sich, euch mitzuteilen, dass unsere Mopperhotline aktiviert worden ist!

Wählt einfach 0163 - 5074587, wenn ihr mal so richtig Dampf ablassen wollt. 

Oder in eurer Umgebung wird gemoppert und ihr wollt eigentlich nur die Sonne genießen? 
Dann drückt doch eurem Gegenüber das Telefon in die Hand!
Ihr könnt auch gerne kommentieren oder uns schreiben.
Aus den gesammelten Moppereien soll ein kleines "Libretto" entstehen - euer Name und eure Nummer werden dabei natürlich nicht erfasst. Die Hotline ist rund um die Uhr, 7 Tage die Woche zu erreichen, also legt los!
Bei Fragen zur Hotline wendet euch gerne per Mail an uni@kitev.de an das Rektorat. 


RüCKBLICK: AUFTAKT ZU SPORT & BIER

Hartmut Hering, Herausgeber des Standardwerks zum Ruhrgebietes-Fußball (Im Land der tausend Derbys) war am Freitag, den 17. Mai im Supermarkt der Ideen zu Gast. Zum Auftakt des Seminars „…und wenn der letzte Platzwart stirbt? Fußball-Tradition vs. Kommerz“ gab er einen fundierten und von historischen Aufnahmen begleiteten Vortrag zur historischen Entwicklung des Fußballs in der Region.

Deutlich wurde dabei, dass Fußball in seinen Ursprüngen ab den 1880er-Jahren ein von Bürgerlichen ausgeübter Sport war, der sich nach und nach zum Sport der Arbeiterklasse entwickelte. Der Durchbruch zum Massensport wird auf die 1920er-Jahre datiert, wobei Schalke 04 als erster konkurrenzfähiger Ruhrgebiets-Club klar dominierte – selbst in Dortmund jubelte man damals dem Schalker Kreisel zu. Es folgten die Jahre der engen sozialräumlichen Verknüpfung zwischen Fußball und Quartier – man lebte und arbeitete in der Bergbau- und Hüttenindustrie des eigenen Kiezes und identifizierte sich dementsprechend mit den lokalen Clubs aus Altenessen, Horst-Emscher oder Herne-Sodingen. In den 1960er-Jahren rutschte der Ruhrgebiets-Fußball in die Krise. Die besondere Bedeutung der Ruhrgebiets-Fußballvereine sei zeitlich untrennbar an die besonderen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geknüpft gewesen, die sich mit dem Niedergang des Bergbaus aufzulösen begannen, so Hering. Da die Förderung durch die Zechenherren ausfiel, mussten sich zahlreiche Vereine auflösen, da die Städte sich mit ihrer Förderung in der Folge auf einen Verein konzentrierten – in Oberhausen fiel die Wahl auf Rot-Weiß Oberhausen, in Essen auf Rot-Weiss Essen. Durch die weiter voranschreitende Professionalisierung des Fußballs mit der Gründung der Bundesliga im Jahr 1962 konzentrierte sich das Feld weiter – eine Entwicklung, die sich durch den internationalen Wettbewerb in der Champions League immer weiter verschärft. Herings Einschätzung: Im Revier ist nur Platz für zwei große Vereine – derzeit der BVB und der S04. Nur RWE hätten nach Hering noch die Chance, wieder oben mitzuspielen, weil der Essener Nachbar die nötige Historie (Meisterschaft und Pokalsieg) aufweisen könne. 

Vier Stunden – und damit weit mehr Zeit als angedacht - verbrachten die Studierenden im Supermarkt und hatten viele Fragen an den externen Dozenten, unter anderem zur Zusammensetzung der ersten Ruhrgebiets-Mannschaften und damaligen Rivalitäten. 
 

RüCKBLICK: DEBATTIERCLUB NR. 1

Am 29. April 2019 lud die Freie Universität Oberhausen zum ersten Debattierclub der philosophischen Fakultät V. Dabei stand die Frage im Raum, ob linke Religionskritik zu einseitig sei, mit besonderem Augenmerk auf dem Streitpunkt "Islam". Auf dem Podium saßen der Vorsitzende der Alevitischen Gemeinde Mülheim, Hasan Tuncer, sowie die hessische Islamismus-Expertin Sigrid Herrmann-Marschall und der sozialistische Aktivist Dennis Graemer, die sich den Fragen des Bloggers Schmalle stellten, der mit Florian Giersch die philosophische Fakultät als Dekan leitet. 

Schnell war man sich einig, dass vor allem konservative und reaktionäre islamische Verbände für sich den Anspruch stellen, für alle Muslim*innen im Land zu sprechen, obwohl sie nur einen Bruchteil dieser statistisch vertreten. Dass gerade anti-klerikale linke Organisationen in den letzten Jahren reaktionären und teils islamistischen Akteur*innen immer wieder eine Bühne als auch solidarische Aktionen geboten haben, wurde genauso kritisch genannt, wie die Unterwanderung beinahe aller großen Parteien durch die türkisch-rechtsradikalen Grauen Wölfe.
 
Hasan Tuncer erklärte, dass er sich insbesondere als kurdisch-stämmiger Mensch durch die Partei DIE LINKE verraten sähe und nicht verstehen könne, dass Menschen wie Christine Buchholz in so einflussreichen Positionen in der Partei, das Ansehen aller Linker nachhaltig beschädige. Herrmann-Marschall wies daraufhin, dass Millionen von Euro an staatlichen Geldern an offen islamistische Organisationen teils über Demokratie-Projekte fließen würden, was einer ideologischen Bankrotterklärung gleich käme.

Streibar wurde die Runde, als Dennis Graemer zu Protokoll gab, dass eine linke Bewegung für ihn grundsätzlich atheistisch ausgerichtet seien sollte, wobei er mit Nachdruck darauf verwies, dass der Staat jegliche Kooperation mit den Kirchen beenden müsse. Auch das Publikum diskutierte leidenschaftlich und kontrovers mit. Wenn dieser Abend eines zeigte, dann, dass eine gesunde Demokratie eine aktive Streitkultur benötigt, in der Menschen auf Augenhöhe miteinander reden.

Der nächste Debattierclub findet am 06. Mai 2019 ab 19.30Uhr im Supermarkt der Ideen in der Goebenstr. 83 in 46045 Oberhausen statt. Dieses Mal wird es um die Frage gehen, ob deutsche Schulen einen Religions- oder Ethikunterricht benötigen. Zu der Fragen werden Repräsentant*innen der Jusos, Jungen Liberalen und Jungen Union streiten und debattieren.

FAKULTäT II – LEBEN & BESITZEN

In Zeiten des fortschreitenden Strukturwandels in vielen Ruhrgebietsstädten hat auch Oberhausen mit vielen Problemen zu kämpfen. Der immer schneller werdende technische Fortschritt und das Absterben vieler alter In- dustriezweige haben zu einer gewissen Orientierungslosigkeit geführt, welche sich tief in das Bewusstsein der Bewohner gefressen hat. In Zeiten wie diesen bekommt der Begriff „Heimat“ nochmal eine besondere Bedeutung, vor allem wenn man miterleben kann, wie die Lebensqualität seit Jahren stagniert und der Fortschritt an unserem Zuhause vorbeizuziehen scheint.

Angesichts maroder Infrastruktur und fehlenden Geldes stellt sich immer öfter die Frage, ob man der Stadt nicht auch persönlich unter die Arme greifen kann, um sie zu verschönern, bunter zu machen und nachhaltiger zu gestalten. In unserer Fakultät wollen wir uns die Frage stellen, wem die Stadt eigentlich gehört und was wir als Bürger*innen unternehmen können, um unser alltägliches Umfeld attraktiver zu gestalten.

Können wir der Stadt unseren Stempel aufdrücken, um sie in einem positiveren Licht erscheinen zu lassen? Und wenn ja, wie gehen wir das an? Zu diesem Zweck bieten wir euch drei sehr unterschiedliche Seminare an.

Welche das sind? Alle Infos hier im kommentierten Vorlesungsverzeichnis.

Auf eure Einschreibung (formlos unter uni@kitev.de) freuen sich:

Sarah, Julia, Markus, Boris, Simon, Aaron.St & Gäste

P.S.: Erstes Treffen des Urban Gardening Seminars am 10.4. um 18 Uhr im Unterhaus!

LEBEN & BESITZEN: WEM GEHöRT DIE STADT?

FAKULTäT I – HEIMAT VIELFALT

HEIMAT VIELFALT: WER IST DIE STADT?

Fakultät 1 – Das Lehrpersonal beschreibt´s so:

VIELFALT ist unsere Heimat – die Installation, die seit einigen Monaten auf dem Oberhaus erstrahlt, hat das Stadtbild verändert und Debatten angestoßen. Ob auf der Durchreise oder bei der Bewegung durch die Stadt, der Schriftzug in direkter räumlicher Nähe zum Hauptbahnhof fällt ins Auge und trifft ins Herz.

Folgerichtig beschäftigt sich die Fakultät I mit Heimat Vielfalt als Leitgedanken unserer Freien Universität. Wir wollen uns Oberhausen und dem Revier annähern – über Stimmen, Filme, Persönlichkeiten und Begegnungen. Wir wollen Geschichten ergründen und uns auf die Suche machen nach der Vielfalt in all ihren Facetten. Und vor allem wollen wir mit unseren Studierenden und Aktionen raus in die Stadt.

Schließt euch an und schreibt euch ein! Glück auf!